Wohnungssuche in der Schweiz: Tipps für Expats

26. May 2026

Wohnungssuche in der Schweiz: Tipps für Expats

Die Schweiz zieht jedes Jahr tausende Expats an – sei es wegen der beruflichen Chancen, der hohen Lebensqualität oder der atemberaubenden Landschaften. Doch wer hier neu ankommt, merkt schnell: Die Wohnungssuche in der Schweiz funktioniert anders als in Deutschland, Österreich oder anderen Ländern. Mit den richtigen Tipps wird die Suche nach der perfekten Bleibe jedoch deutlich leichter.

Der erste wichtige Punkt betrifft die Timing und Planung. Expats sollten ihre Wohnungssuche mindestens zwei bis drei Monate vor dem geplanten Umzugstermin beginnen. Der Schweizer Wohnungsmarkt ist insbesondere in Zürich, Bern und Basel sehr kompetitiv, und beliebte Objekte werden oft innerhalb weniger Tage vergeben. Deshalb ist es sinnvoll, sich frühzeitig zu informieren und die gängigen Plattformen wie Immoscout24, Homegate und Ronorp regelmäßig zu überwachen.

Ein großer Unterschied zur Nachbarländern liegt in den Anforderungen der Vermieter. Schweizer Landlords möchten typischerweise umfassende Referenzen sehen. Das bedeutet: Mietbestätigungen vom bisherigen Vermieter, Einkommensnachweise und oft auch eine Bonitätsprüfung sind notwendig. Arbeitgeber verlangen manchmal ebenfalls Referenzschreiben. Als Expat sollte man daher bereits vor dem Umzug entsprechende Dokumente in englischer oder Landessprache besorgen. Wer diese Unterlagen vollständig bereithält, wirkt professionell und erhöht seine Chancen erheblich.

Die Maklerangebote verdienen besondere Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu vielen deutschen Regionen ist es in der Schweiz durchaus üblich, dass Makler eine Provision verlangen – dies kann zwischen 10 und 15 Prozent der Jahresmiete liegen. Allerdings gibt es auch Plattformen und Vermieter, die ihre Objekte provisionsfrei anbieten. Vergleichen lohnt sich also definitiv. Zudem sollten Interessenten überprüfen, wer die Maklergebühren bezahlt – idealerweise nur der Vermieter.

Die Finanzierungsfrage ist ebenfalls zentral. Neben der monatlichen Miete fallen in der Schweiz häufig erhebliche Nebenkosten an, und der erste Monat ist oft als Kaution fällig. Viele Vermieter erwarten zudem eine Mietkaution in Höhe von zwei bis drei Monatsmieten. Expats sollten daher mit ausreichend finanziellen Mitteln kalkulieren – nicht selten benötigt man für einen Umzug fünf bis sechs Monatsmieten vorab.

Regionale Unterschiede berücksichtigen ist ebenfalls wichtig. Zürich und Genf gehören zu den teuersten Wohnungsmarkteten Europas. Wer flexibel ist, findet bessere Angebote in kleineren Städten oder Agglomerationen. Dank des gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs ist ein Pendelweg kein Problem – und erspart oft mehrere hundert Franken monatlich.

Zum Thema Verträge: Deutsche, österreichische und andere Expats sollten die Mietverträge gründlich lesen oder von jemandem übersetzen und prüfen lassen. Schweizer Mietverträge unterscheiden sich rechtlich von denen der Nachbarländer. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Kündigungsfrist in der Regel drei Monate zum Ende eines Kalendermonats beträgt.

Abschließend eine Empfehlung: Nutzen Sie Ihre Netzwerke! Firmenkolleg*innen, Freunde oder Expat-Communities in der Schweiz haben oft Insidertipps zu versteckten Wohnungsangeboten oder können Referenzen ausstellen. Auch Facebook-Gruppen für Expats in der jeweiligen Stadt sind Goldgruben für Informationen und persönliche Vermittlungen.

Mit Geduld, guter Vorbereitung und realistischen Erwartungen finden Expats in der Schweiz ihre ideale Unterkunft.