Mietkaution in Deutschland, Österreich und der Schweiz – was gilt wo?

06. June 2026

Mietkaution in Deutschland, Österreich und der Schweiz – was gilt wo?

Die Mietkaution ist eine der wichtigsten Sicherheitsleistungen bei der Anmietung einer Wohnung. Allerdings unterscheiden sich die Regelungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erheblich. Wer in einem dieser Länder umzieht oder eine neue Bleibe sucht, sollte die unterschiedlichen Anforderungen kennen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Deutschland: Gesetzliche Grenzen und Bankgarantie

In Deutschland ist die Mietkaution auf die Höhe von drei Monatsmieten begrenzt. Diese Regelung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert und gilt als absolutes Maximum. Die Kaution muss vom Vermieter unverzinst auf einem separaten Konto angelegt werden – dieses ist eine wichtige Voraussetzung, um das Geld rechtlich zu schützen. Viele Mieter wissen nicht, dass der Vermieter keine Konten mit Verzinsung nutzen darf, da die Kaution als Sicherheit fungiert und nicht der Geldanlage dient. Nach Beendigung des Mietverhältnisses hat der Vermieter bis zu drei Monate Zeit, die Kaution inklusive eventueller Schadensersatzforderungen abzurechnen. Tipp: Fotografieren Sie die Wohnung beim Einzug gründlich und erstellen Sie ein detailliertes Übergabeprotokoll.

Österreich: Etwas flexiblere Regelungen

In Österreich beträgt die Kaution üblicherweise zwei bis drei Monatsmieten. Allerdings gibt es hier mehr Flexibilität: Das Geld kann auf einem verzinsten Sparbuch angelegt werden. Der Vermieter muss dieses Konto auf den Namen des Mieters eröffnen und die Sparurkunde aushändigen. Nach dem Mietverhältnis hat der Vermieter maximal sechs Wochen Zeit für die Rückzahlung. Ein großer Vorteil ist, dass Mieter in Österreich durch die mögliche Verzinsung minimal von ihrem eingezahlten Geld profitieren können. Wichtig: Bewahren Sie die Sparurkunde sorgfältig auf, da Sie diese zur Rückforderung benötigen.

Schweiz: Höhere Kaution, klare Regeln

Die Schweiz geht etwas großzügiger mit der Kautionshöhe um. Hier sind Kautionen von bis zu drei Monatsmieten üblich, manchmal werden auch höhere Beträge verlangt. Das Schweizer Mietrecht ist sehr mieterschutzorientiert: Der Vermieter muss die Kaution auf einem separaten Zinsenkonto anlegen und die Zinsen gehören dem Mieter. Nach Kündigung hat der Vermieter 30 Tage Zeit zur Rückzahlung. Die Schweiz hat darüber hinaus umfassende Regeln zur Rückgabefrist und Schadensersatzforderungen, die besonders transparent geregelt sind.

Praktische Tipps für alle DACH-Länder

Egal in welchem Land Sie mieten: Dokumentieren Sie immer den Zustand der Wohnung schriftlich. Ein Übergabeprotokoll ist Gold wert bei späteren Streitigkeiten. Fordern Sie nach dem Auszug schriftlich die Rückmeldung der genauen Abrechnung an. Achten Sie darauf, dass Ihr Kautionsgeld auf einem getrennten Konto gelagert wird und fragen Sie aktiv nach, wo genau Ihre Kaution angelegt ist. Behalten Sie alle Belege auf, besonders wenn Sie die Wohnung instandgehalten haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während Deutschland mit einer Maximum-Regelung arbeitet, bietet Österreich mehr Flexibilität und die Schweiz legt besonderen Wert auf Transparenz und Mieterschutz. Kennen Sie diese Unterschiede, können Sie informiert in Ihr neues Zuhause einziehen.